{"id":752,"date":"2017-02-16T16:53:16","date_gmt":"2017-02-16T15:53:16","guid":{"rendered":"http:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/?p=752"},"modified":"2017-02-16T16:53:16","modified_gmt":"2017-02-16T15:53:16","slug":"halbzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/2017\/02\/16\/halbzeit\/","title":{"rendered":"Halbzeit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2F33ppp.de%2Fthejourneymattersnotthedestination%2F2017%2F02%2F16%2Fhalbzeit%2F&amp;count=none&amp;text=Halbzeit - the journey matters, not the destination\" class=\"twitter-share-button\">Tweet<\/a><\/p><p>Vor ein paar Tagen war genau die H\u00e4lfte meines Abenteuers vorbei. Diese Gelegenheit m\u00f6chte ich nutzen um euch einen pers\u00f6nlicheren 6-monatigen R\u00fcckblick zu geben und euch meine Gedanken\/Gef\u00fchle und Erfahrungen mitzuteilen. Im letzten halben Jahr gab es Tage, an denen ich gehofft habe, die H\u00e4lfte w\u00fcrde endlich um sein und es gab Tage, an denen ich mir w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte mehr Zeit in den USA.<\/p>\n<p>Aber fangen wir von vorne an:<!--more--><br \/>\nUm meinen R\u00fcckblick zu beginnen m\u00f6chte ich mit dem Sprichwort &#8222;es ist nicht alles Gold was gl\u00e4nzt&#8220; beginnen. Wenn man sich meinen blog oder auch die blogs der anderen Teilnehmer anschaut, werdet ihr viele sch\u00f6ne, interessante, spannende und wahrscheinlich beneidenswerte Beitr\u00e4ge zu Gesicht bekommen.<br \/>\nWir Teilnehmer verfassen gr\u00f6\u00dftenteils Beitr\u00e4ge \u00fcber besondere Ereignisse oder Reisen, jedoch besteht das Jahr aus 365 Tagen und nicht jeder Tag ist spannend, aufregend oder gar beneidenswert. Nein, es gibt und gab einige Tage, an denen ich mir w\u00fcnschte daheim zu sein &#8211; in meiner gewohnten, komfortablen Umgebung.<br \/>\nDas Austauschjahr fing super spannend und aufregend an. Es ging nach New York City &#8211; mein Traum wurde war! Alles war gr\u00f6\u00dfer, lauter, voller, aufregender. Der kleine Junge aus seinem 230 Einwohnerd\u00f6rfchen stand pl\u00f6tzlich in der 9. gr\u00f6\u00dften Stadt der Welt, die fast 8,5 Mio. Einwohner beherbergt und das zusammen mit 74 anderen jungen Erwachsenen, die genauso aus den Socken gehauen waren. Danach ging die Reise weiter nach New Jersey bevor Anna und ich in Tucson landeten.<br \/>\nTausend neue Eindr\u00fccke prasseln auf einen ein. Man machte sich Sorgen und Gedanken \u00fcber jede Kleinigkeit. Die Stadt war neu, das College war neu, die Gastfamilie war neu und ja, das ganze Land war neu. Trotzalledem habe ich es vom ersten Tag an genossen und bin ziemlich sorgenfrei in das Auslandsjahr gestartet.<br \/>\nAnfangs habe ich viel Zeit mit Anna verbracht. Das College begann erst Wochen sp\u00e4ter und ich kannte ja noch niemanden, genauso wie sie &#8211; und das war auch schon die erste H\u00fcrde. Wie macht man sich neue Freunde in einem fremden Land, indem niemand meine Sprache spricht und mein englisch auch nicht gerade das Beste ist?<br \/>\nWir traten in einigen clubs am College bei. Hier sitzen zumindest alle im selben Boot &#8211; kann ja nicht so schwierig sein jemanden kennen zu lernen, oder? Doch!<br \/>\nSobald der club Veranstaltungen organisierte, nahmen wir daran Teil. Jedoch fiel es schwer mit anderen in Kontakt zu treten. Man kannte sich untereinander kaum und Deutsche sind ansich (im Vergleich zu Amerikaner) zur\u00fcckhaltender. Man unternahm also hin und wieder etwas mit anderen Jugendlichen aus unterschiedlichen Teilen der Welt und machte sich langsam Freunde &#8211; sehr langsam. Am College selbst wirkte es so, als wolle niemand wirklich neue Bekanntschaften machen. Die Klassenkameraden kamen in den Unterricht, verfolgten diesen und verlie\u00dfen die Klasse danach blitzschnell &#8211; wahrscheinlich um zur n\u00e4chsten Stunde p\u00fcnktlich zu erscheinen. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis ich neue Freunde gefunden hatte. W\u00e4hrenddessen feierten meine Freunde in der Heimat einige Partys &#8211; ich sa\u00df zur selben Zeit oft zu Hause. Feiern unter 21? nicht in den USA.<br \/>\nNach einer gewissen Zeit baute man sich jedoch einen Freundeskreis auf und lernte immer mehr und mehr neue Leute kennen. Was ich in den Anfangswochen ohne Anna gemacht h\u00e4tte? Ich wei\u00df es nicht&#8230; Mitlwerweile kenne ich einige Leute und habe Freunde aus unterschiedlichen Teilen der Welt mit denen ich viel unternehmen kann.<\/p>\n<p>Ein anderer Traum von mir war und ist immer noch das viele Reisen. Ich habe schon einige Teile in den USA erkunden k\u00f6nnen. Angefangen in New York \u00fcber New Jersey bis zu meinem Platzierungsort Tucson von dem es nach Los Angeles, Denver, Dallas, Miami, Las Vegas, San Diego, dem Grand Canyon, einigen anderen St\u00e4dten in Arizona und Mexiko ging. Und ja, ich genie\u00dfe es und ich bin froh, dass mir diese M\u00f6glichkeit des Reisens gegeben wird. Meine Reiselust ist definitiv noch nicht ges\u00e4ttigt aber auch hier muss ich erw\u00e4hnen, dass ich das Reisen gr\u00f6\u00dftenteils genossen habe, da ich mit Freunden unterwegs war. Jede Reise hat Spa\u00df gemacht und war auf seine Art besonders, jedoch w\u00e4re keine der Ausfl\u00fcge so besonders gewesen, wenn ich nicht solch gute Freunde, die ich w\u00e4hrend des Programmes gemacht habe, an meiner Seite gehabt h\u00e4tte. Es w\u00e4re definitiv auch interessant gewesen, die National Parks und St\u00e4dte alleine zu erkunden aber jede Millionenstadt wiederholt sich in einer gewissen Weise und es h\u00e4tte nur einen geringen Unterschied gemacht, ob ich mit Freunden in Dallas oder Berlin Urlaub gemacht h\u00e4tte. Denn es geht nicht immer darum welche Stadt man erkundet, viel mehr geht es darum mit wem man reist.<\/p>\n<p>Dies ist etwas, dass ich zu sch\u00e4tzen gelernt habe, gute Freunde und eine Familie auf die man vertrauen kann.<br \/>\nIch habe mich definitiv ver\u00e4ndert, ich habe gelernt Dinge sch\u00e4tzen zu lernen, die f\u00fcr mich vor 6 Monaten selbstverst\u00e4ndlich waren. Ich bin gewachsen und ich rede nicht von meiner 191cm K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe, ich rede von meiner Pers\u00f6nlichkeit. Ich bin selbstst\u00e4ndiger geworden und habe gelernt Probleme selbst anzupacken und nicht auf den Rat von Mama und Papa zu hoffen, denn diese befinden sich im \u00fcber 9000km entfernten Tietelsen. Ich habe mich mit Problemen und Schwierigkeiten auseinandergesetzt, von denen ich noch nichtmals meinen engsten Freunden erz\u00e4hlt habe, denn dieses Jahr ist MEIN Jahr. Ich habe gelernt aus mir herauszukommen und Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ich lebe in den Tag hinein ohne mir Gedanken zu machen, was andere \u00fcber mich denken, denn hier kennt mich ja niemand. Ganz anders sieht es in meinem kleinen Heimatd\u00f6rfchen aus.<br \/>\nIch habe zu sch\u00e4tzen gelernt wie gut es mir\/uns in Deutschland eigentlich geht. Wir haben nicht nur geb\u00fchrenfreie Unis, nein wir bekommen sogar noch Geld von der Regierung in Form von Baf\u00f6g dazugesteuert um das Studium zu finanzieren. In Deutschland muss kein Student einen Kredit aufnehmen oder niemand die Uni mit 20.000$ Schulden verlassen, was hier h\u00e4ufig der Fall ist. Trotz alledem gibt es viele Griesgr\u00e4me daheim die nur am st\u00f6nen sind, wie schlecht doch alles ist und wie die Regierung versagt hat. In den USA bin ich nur selten auf Menschen gesto\u00dfen, die sich \u00fcber ihr Leben beklagen. Auf die Frage &#8222;how are you&#8220; folgt immer ein &#8222;good or great&#8220;, auch wenn man den Personen ansieht, dass die Stimmung alles andere als great ist. Die Menschen hier haben meiner Meinung nach eine viel positivere Einstellung als in Deutschland. Anfangs war es ziemlich gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, dass alles und jenes &#8222;awesome&#8220; ist und man sich oft f\u00fcr Kleinigkeiten ausgiebig bedankt, aber mitlerweile bin ich der Meinung, dass dies die Stimmung untereinander deutlich hebt.<\/p>\n<p>Ein Austauschjahr hat definitiv Vor- und Nachteile, wobei die Vorteile stark \u00fcberwiegen. Ja, es gab einige schwierige Tage in Tucson aber \u00fcberwiegend &#8222;sonnige&#8220;, sch\u00f6ne Tage. Das erste halbe Jahr hat mir gezeigt was ich aus eigener Kraft schaffen kann und ich werde noch einiges mehr erreichen. Jede einzelne Erfahrung bringt mich weiter und ich bin unheimlich dankbar, dass ich dieses Jahr erleben kann, denn es wird mich und Menschen in meiner Umgebung pr\u00e4gen. Nun ist die zweite H\u00e4lfte angebrochen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diese H\u00e4lfte des Jahres mindestens genauso, wenn nicht sogar noch mehr genie\u00dfen werde als die erste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TweetVor ein paar Tagen war genau die H\u00e4lfte meines Abenteuers vorbei. Diese Gelegenheit m\u00f6chte ich nutzen um euch einen pers\u00f6nlicheren 6-monatigen R\u00fcckblick zu geben und euch meine Gedanken\/Gef\u00fchle und Erfahrungen mitzuteilen. Im letzten halben Jahr gab es Tage, an denen ich gehofft habe, die H\u00e4lfte w\u00fcrde endlich um sein und es gab Tage, an denen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-752","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=752"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/752\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":760,"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/752\/revisions\/760"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/33ppp.de\/thejourneymattersnotthedestination\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}