{"id":326,"date":"2016-11-10T19:28:45","date_gmt":"2016-11-10T19:28:45","guid":{"rendered":"http:\/\/33ppp.de\/nina\/?p=326"},"modified":"2016-11-11T17:06:14","modified_gmt":"2016-11-11T17:06:14","slug":"what-a-day","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/33ppp.de\/nina\/2016\/11\/10\/what-a-day\/","title":{"rendered":"What a Day!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2F33ppp.de%2Fnina%2F2016%2F11%2F10%2Fwhat-a-day%2F&amp;count=none&amp;text=What a Day! - #mingagoesamerica\" class=\"twitter-share-button\">Tweet<\/a><\/p><p>8 November 2016 &#8211; Election Day in the US and A. Ein Tag, den Viele mit Spannung, Angst und auch Hoffnung erwartet haben. Mehr als ein Jahr Wahlkampf liegt hinter Amerika. Ein Jahr in dem viel gesagt, geschimpft und gehetzt wurde und wo beide Kandidaten immer wieder von sich Schlagzeilen gemacht haben. Den Menschen hier hat man in den letzten Wochen die Anspannung von Tag zu Tag mehr angesehen. Egal ob im Supermarkt, im College, in der Kirche oder beim Sport, die Frage &#8222;Who&#8217;s gonna be our next president?&#8220; war immer allgegenw\u00e4rtig. In meinem Platzierungsstaat Tennessee, der seit 1996 ein sogenannter &#8222;red state&#8220; ist und zum &#8222;solid south&#8220; geh\u00f6rt, war aber von Anfang an klar, wer hier das Rennen machen w\u00fcrde. Die Gespr\u00e4che die ich hier hatte, waren also haupts\u00e4chlich mit Trump-Anh\u00e4ngern. Ziel dieser Gespr\u00e4che war es, am Ende erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, was das Ph\u00e4nomen Donald Trump ausmacht. Wieso geben so viele Menschen einem Mann, der sich wie ein Elefant im Porzellanladen verh\u00e4lt, ihre Stimme? Der eine Mauer zu Mexiko bauen will, der Frauen und Mexikaner beleidigt hat und dem nachgesagt wird Frauen vergewaltigt zu haben? Ich k\u00f6nnte hier jetzt eine ganze Liste aufz\u00e4hlen mit den Dingen, die Mr. Trump gemacht hat, aber jeder, der in den letzten Wochen auch nur ein bisschen Zeitung gelesen oder Fernsehn geschaut hat, wei\u00df, was alles passiert ist. Was ist also die Antwort auf die Frage &#8222;Why do you vote for Donald Trump?&#8220;. &#8222;I vote for Donald Trump because it&#8217;s gonna be a new experience when he becomes president, it&#8217;s a change and we don&#8217;t want anyone to be president who\u2019s under federal investigation for using a private e-mail <span class=\"text_exposed_show\">server&#8220;, das ist die Antwort, die ich am meisten bekommen habe. Dabei stechen vor allem &#8218;a new experience&#8216; und &#8218;a change&#8216;, eine neue Erfahrung und eine Chance,<\/span> heraus.\u00a0Was macht das Ph\u00e4nomen Donald Trump also aus und wieso w\u00e4hlen ihn so viele? Viele Amerikaner, vor allem wei\u00dfe, alte M\u00e4nner, M\u00e4nner ohne Collegeabschluss und Leute aus den l\u00e4ndlichen Regionen, sind unzufrieden mit den Dingen, die Obama eingef\u00fchrt hat und f\u00fchlen sich und ihre Bed\u00fcrfnisse nicht ernst genommen. Donald Trump hat ihnen das Gef\u00fchl gegeben, dass sie und ihre Bed\u00fcrnisse f\u00fcr ihn sehr wichtig sind. Zudem sehnen sie sich danach, dass wieder &#8218;Zucht und Ordnung&#8216; in ihrem Land herrscht. Das jemand das Zepter \u00fcbernimmt und &#8222;America great again&#8220; macht. Aber nicht nur durch meine Gespr\u00e4che, sondern auch durch meine Eindr\u00fccke, die ich in den letzten Wochen gewonnen habe, habe ich festgestellt, dass Donald Trump es genau versteht, wie er bestimmte Menschengruppen ansprechen muss, um sie zu erreichen. Dabei habe ich aber auch festgestellt, dass es gar nicht so schwer ist, manche Menschen mit dem was man sagt zu erreichen, weil diese Menschen grunds\u00e4tzlich alles glauben, was man ihnen erz\u00e4hlt. Sagt man aber was, was ihrem Glauben widerspricht, wird man zurecht gewiesen und gefragt, woher man denn dieses absurde Wissen hat und dass man doch lieber einen Pr\u00e4sidenten wie Donald Trump h\u00e4tte, anstatt eine Pr\u00e4sidentin, die f\u00fcr das, was sie getan hat, im Gef\u00e4ngnis sitzen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Jetzt aber zur\u00fcck zum 8.11.2016 oder besser gesagt zur Nacht vom 8. auf den 9.11.2016. Mit meinen Gasteltern und deren Freunden, die alle f\u00fcr Hillary gestimmt haben, habe ich die ganze Nacht vor dem Fernseher verbracht. Was zun\u00e4chst harmlos began, verwandelte sich innerhalb von wenigen Stunden in den Albtraum aller Demokraten. Jeder der Anwesenden war fassungslos, als es hie\u00df, dass Florida sich f\u00fcr die Republikaner entschieden hat. Als es dann auch noch hie\u00df, dass Wisconsin und Michigan ihre Stimmen vermutlich Trump geben w\u00fcrden, war das Entsetzen sehr gro\u00df. Als dann feststand, dass Trump das Rennen gemacht hat, waren alle nur noch sprachlos und geschockt.<br \/>\nEntsetzten, Entt\u00e4uschung, Angst, Wut und Unsicherheit waren deutlich zu sp\u00fcren. Unsicherheit und Angst vor allem deswegen, weil man nicht wei\u00df, ob Donald Trump seine Drohungen wahr machen wird. Beim Einkaufen gestern konnte ich aber auch eine Art Erleichterung feststellen. Erleichterung, weil der Wahlkampf, der doch sehr an den Nerven gezerrt hat, ein Ende hat.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Nat\u00fcrlich habe ich nicht nur mit Trump-Anh\u00e4ngern, sondern auch mit Hillary-Anh\u00e4ngern und politisch neutralen Personen geredet. Viele Trump-Gegner haben mir z.B. gesagt, dass sie Angst vor einem dritten Weltkrieg haben, wenn Trump an die Macht kommt und dass sie Angst haben, dass Amerika stark an Ansehen in der Welt verliert. Auch wurde ich oft gefragt, ob wir in Europa denken, dass die Amerikaner, aufgrund ihrer politischen Situation, verr\u00fcckt sind. Einige haben auch immer wieder gesagt &#8222;Don&#8217;t blame us for our polictial situation right now, it&#8217;s a shame&#8220; &#8211; ja, f\u00fcr Viele war es einfach eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Viele haben sich f\u00fcr beide Politiker gesch\u00e4mt. Nach der Wahl haben sich auch mehrere Leute bei mir f\u00fcr das Wahlergebnis entschuldigt und meinten, dass es ihnen sehr sehr Leid tut und wir sie daf\u00fcr bitte nicht verurteilen sollen.<\/p>\n<p>In Gespr\u00e4chen mit Leuten in meinem Alter habe ich zu verstehen bekommen, dass sie nicht w\u00e4hlen gehen, weil sie keinen der Kandidaten m\u00f6gen und ihre Stimme sowieso nichts ausrichten kann.<br \/>\nViele h\u00e4tten gerne Bernie Sanders als Kandidaten gehabt, aber leider haben ja Einige hier den Sozialismus mit Kommunismus verwechselt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Seit meiner Ankunft bis zum heutigen Tag sind mittlerweile 100 Tage vergangen. 100 Tage in denen viel passiert ist. Was ich dabei, auf die Politik bezogen, festgestellt habe: Amerika ist sehr gespalten und die Frage &#8218;Wie konnte es nur so weit kommen?&#8216;, wird nicht erst seit dem Wahlergebnis gestellt.<br \/>\nWas auf Amerika und die Welt zukommen wird wei\u00df, wie schon gesagt, momentan Keiner genau. Man muss also abwarten.<\/p>\n<p>Was ich aber, auch im Hinblick auf die Bundestagswahl 2017, wei\u00df: Es bringt nichts, sich jetzt im Nachhinein zu beschweren und zu fragen, wie es so weit kommen konnte. Die Weichen h\u00e4tten zu Beginn &#8218;richtig&#8216; gestellt werden m\u00fcssen. Man muss jede Menschengruppe ansprechen, auch wenn das bedeutet, dass die Sprache manchmal vereinfacht werden muss. Und vor allem jungen Leuten muss klar gemacht werden, was ihre Stimme bedeutet. Denn jede nicht abgegebene Stimme ist eine Stimme zu wenig. Momentan schauen viele besorgt nach Amerika und sch\u00fctteln den Kopf. Hoffen wir, dass der Rest der Welt im September 2017 nicht besorgt nach Deutschland schaut und \u00fcber uns den Kopf sch\u00fcttelt &#8211; Go Vote!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"excerpt\">Tweet8 November 2016 &#8211; Election Day in the US and A. Ein Tag, den Viele mit Spannung, Angst und auch Hoffnung erwartet haben. 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