Und so fing alles an…

Und so fing alles an…

Etwas verspätet fange auch ich mal an meine Geschichte eine wenig zu erzählen und lasse jedem der interessiert ist hier an meiner Geschichte teilhaben: Vor fast einem Jahr (ca. Ende August) wurde ich, mehr oder weniger zufällig, auf einen Artikel in unserer örtlichen Wochenzeitung aufmerksam. In diesem stand etwas von einem jährlichen Austauschprogramm. Stipendien, die vom deutschen Bundestag vergeben werden, um ein Jahr in den USA zu verbringen und das nicht nur für Schüler, sondern auch für junge Berufstätige und Auszubildende. Es war schon immer mein Traum einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Besonders die Vereinigten Staaten von Amerika waren sowohl privat als auch beruflich sehr interessant für mich und so kam es, dass ich mich relativ spontan und kurzfristig für das Programm, genannt Parlamentarisches Partnerschaftsprogramm (mehr Infos hier), anmeldete.

Der Bewerbungsprozess zieht sich über fast ein halbes Jahr und umfasst drei größere Schritte. Der erste Schritt ist zunächst die
schriftliche Bewerbung. Hierfür musste ich zuerst online ein paar allgemeine Fragen zu meiner Person und meinem bisherigen schulischen und beruflichen Werdegang beantworten. Das geht auch auf schriftlichem Weg (Hier der Link zur Bewerbung). Daraufhin wurden mir die kompletten Unterlagen per Mail zugesandt, welche dann etwas umfangreicher waren. Neben zahlreichen Motivationsschreiben und Fragen, die ich auf deutsch und teilweise englisch verfassen und beantworten sollte, benötigte ich auch ein ärztliches Attest und ein Empfehlungsschreiben von einem Lehrer und/ oder meinem Ausbilder. Außerdem mussten Zeugnisse, Prüfungsergebnisse und evtl. Weiterbildungsnachweise abgeben werden. Alle Unterlagen mussten sowohl online eingereicht, als auch spätestens bis 25. September 2015 per Post an die GIZ gesandt werden. Ab dann hieß es erst einmal warten. Über tausend Bewerbungen mussten gesichtet und aussortiert werden.


Am  13.10 war es dann endlich soweit. Ich schaute wie fast täglich, nichts ahnend, in meinen Email Posteingang und freute mich sehr, als ich eine Mail von der GIZ entdeckte. Ich war eine Runde weiter und wurde ausgewählt an einer sogenannten Auswahltagung teilzunehmen. Diese fand Ende November in den Tagungsräumen eines Berliner Hotels statt. Neben der anfänglichen Freude, übermannten mich schnell auch Gefühle wie Aufregung und Nervosität. Was würde mich erwarten? Was sollte ich lernen? Reicht mein Englisch aus? Das waren nur einige Fragen die mir durch den Kopf schossen. Jedoch wurde ich zum Glück durch die Arbeit und einige anstehende Kontrollen in der Berufsschule von diesem Thema abgelenkt und so kam es, dass der Termin  immer näher rückte. Und ehe ich mich versah, war es so weit. Um nicht zu spät zu kommen, stand ich zeitig auf und nahm einen Zug früher in die Hauptstadt. Ich war die ganze Fahrt über extrem angespannt. Zum Glück brauchte ich nicht so lange, um nach Berlin zu kommen. Wie ich später von den anderen hörte, kamen sie teilweise aus Bayern, Sachsen oder Mecklenburg Vorpommern. Da hatte ich es mit meiner Fahrt von ca. einer dreiviertel Stunde noch sehr komfortabel. Jedenfalls kam ich dann, wie erwartet, etwas zu früh an und war die Erste, die im Eingangsbereich des Hotels wartete.  Aber es dauerte nicht lange bis kurz nach mir nach und nach meine Mitstreiter (insgesamt waren wir ca. 16 Leute) erschienen und sich zu mir gesellten. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und hatten eine Menge zu erzählen, denn eines hatten wir auf jeden Fall gemeinsam. Wir alle wollten diese Chance nutzen und für ein Jahr unseres Lebens in den USA arbeiten und wohnen. Pünktlich um 9:00 Uhr wurden wir von fünf Personen (eigentlich sollten es sechs sein, jedoch fiel jemand krankheitsbedingt aus) in einen Konferenzraum gebeten. Hier bekamen wir erst einmal allgemeine Informationen zum Programmablauf und zu diesem Tag. Beginnen sollte alles mit einer kleinen Gruppenarbeit. Hierfür wurden wir zunächst in zwei große Gruppen eingeteilt die je von zwei bzw. drei Leuten betreut wurde. Für die Aufgabenstellung wurden diese Gruppen dann  noch einmal geteilt und ich bearbeitete letztendlich mit drei Anderen das Theme Bildungsweg USA, Bildungsweg Deutschland. Wir hatten zwanzig Minuten Zeit die angegebenen Fragen zu beantworten und eine kleine Präsentation vorzubereiten. Diese stellten wir dann zusammen vor und mussten anschließend noch auf einige Fragen zum Thema antworten. Da wir uns vorher schon etwas kennengelernt hatten, arbeiteten wir sehr gut zusammen.  Wir fanden gemeinsam Lösungsansätze und so war die kurze Bearbeitungszeit vollkommen ausreichend. Nun waren die Einzelgespräche an der Reihe. Für jeden war eine halbe Stunde eingeplant, in der man auf deutsch und englisch einige Fragen beantworten musste. Jedoch waren diese über den ganzen Tag verteilt. Ich zum Beispiel war erst gegen 15:00 Uhr dran, weshalb ich nun etwas Freizeit hatte. Erst um zwölf Uhr ging es weiter mit einem kleinen Allgemeinbildungstest und einem Englischtest. Nach den Tests bzw. nach dem Einzelgespräch war die Tagung für uns beendet. Alles in allem war ich mir eher unsicher bezüglich meiner Leistungen. Meiner Meinung nach verlief das Gespräch zum Beispiel besser als die beiden Tests. Aber das sollte ich erst in ein paar Monaten herausfinden, denn nun hieß es wieder warten. 

Uns wurde gesagt, dass wir spätestens Ende Februar Bescheid bekommen. Meiner Unsicherheit wegen der Tagung geschuldet, glaubte ich fast nicht mehr an eine positive Nachricht. Um so mehr freute ich mich als ich Ende Januar eine Email aus dem Büro meines zugeteilten Abgeordneten bekam. Darin hieß es, dass ich von der GIZ vorgeschlagen wurde und ich nun in der sozusagen letzten Runde war. Denn mit mir hatten es noch drei andere so weit geschafft und so musste noch eine Entscheidung getroffen werden. Dafür wurde ich eine Woche später zu einem Termin ist das Büro des Bundestagsabgeordneten in Berlin gerufen. Sehr, sehr aufgeregt nahm ich dieses Gespräch war und erschien, mal wieder zu früh, am besagten Ort. Während der Unterhaltung musste ich einige Fragen über mich und zu allgemeinen Thema beantworten. Im Nachhinein hätte ich, wie ich finde, einige davon besser beantworten können und ich redete mir ein, dass diese Reise hier zu Ende sein sollte. Ich verließ das Gebäude mit einem schlechten Gefühl und um meine Gedanken zu ordnen unternahm ich einen kleinen Spaziergang. Durch das Brandenburger Tor, vorbei an den Regierungsgebäuden, hin zum Hauptbahnhof von dem ich nun wieder nach Hause fuhr. 

Etwa eine weitere Woche später kam ich von der Arbeit und fand auf dem Küchentisch einen Brief für mich. In der Annahme dort meine Absage zu finden, öffnete ich diesen und las die Zeilen: 
„Liebe Franziska,

nachdem nun die Bewerbungsgespräche […] abgeschlossen sind, freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich für Ihre Teilnahme am PPP entschieden habe. […]“


Wow. Ich war wie versteinert. Eine Zusage? Ich las den Text noch einmal, um sicher zu gehen das ich da auch nichts falsch verstanden hatte. Aber nein… Ich irrte mich nicht. Es war eine Zusage. Sofort informierte ich meine Familie und rief meine beste Freundin an. Im ersten Moment freuten sich alle für mich. Jedoch sahen und sehen sie das mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn man darf nicht vergessen ich werde alle für ein Jahr verlassen. Aber trotzdem ich sie alle liebe und sicherlich auch vermissen werde, sehe ich doch eher diese riesige Chance die ich bekommen habe, die Abenteuer die ich erleben werde, die Entwicklung die ich machen werde, die Menschen denen ich begegnen werde und die Erinnerungen die ich den Rest meines Lebens in mir tragen werde. Ich wünsche auf diesem Weg allen Teilnehmern des Programms eine wundervolle und ereignisreiche Zeit und auch denen die es nicht geschafft haben, möchte ich sagen: Es gibt so viele Möglichkeiten solche Erfahrungen zu machen, lasst euch nicht durch eine Niederlage unterkriegen und habt keine Angst es ein weiteres mal zu versuchen. 
PS: Keine Sorge folgende Posts werden nicht so lang. Aber ich hatte einiges nachzuholen, da ich erst einen Blog machen wollte, wenn ich sicher wusste, dass ich das Stipendium bekomme. 

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