#16 Von der Jobsuche, Roadtrips und dem Workshop in D.C.

#16 Von der Jobsuche, Roadtrips und dem Workshop in D.C.

Hallo Welt!

In der letzten Zeit ging alles ein bisschen „drunter und drüber“. Nachdem ich mein Praktikum in D.C. erfolgreich abgeschlossen habe fing die intensivere Jobsuche an. Nach unendlich vielen Bewerbungen habe ich nun einen Job gefunden. Am Montag (13. März) ist nun endlich mein erster Arbeitstag. Ich werde in einer Firma arbeiten, welche Betonstahl für verschiedene Gebäude und Brücken herstellt. Was ich genau machen werde, kann ich wohl erst in ein paar Tagen berichten. Ironie an der Sache: Nachdem ich eine Art ‚Vertrag‘ unterschrieben hatte, bekam ich am nächsten Morgen ca. 9 Anrufe von Firmen, welche gerne ein Vorstellungsgespräch vereinbaren wollten. Aber es ist halt immer so: Kaum hat man einen Job, zeigen auch Andere Interesse.

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In der Zwischenzeit blieben dann noch ein paar Tage, in denen ich mit einem ehemaligen PPP’ler zu den San Juan Islands gefahren bin. Unser erster Stop war Orca Island. Wir hatten super schönes Wetter (was für diese Jahreszeit hier fast schon an Wunder grenzt) und konnten die Natur bewundern. Allerdings – blauäugig wie wir Dank des schönen Wetters waren: Als wir gerade zum höchsten Berg der Insel hinauf fuhren, fiel uns auf: oh hier liegt ja Schnee. Aber da das Navi uns sagte, dass es nicht mehr weit sei, fuhren wir weiter. Es wurde allerdings so schnell, so viel mehr Schnee, dass ich eigentlich nur noch nach einem Platz zum Wenden gesucht habe. Alleine bergauf zu fahren war ein einziges Driften und Rutschen. Letztendlich kamen wir zu einem Auto, dass gerade mitten auf der Straße stehen geblieben war und ich musste auf die Bremse gehen. Das Auto vor uns fing langsam an zu rutschen….immer mehr…immer mehr…bis es im Graben liegen blieb.

So langsam merkte auch ich, dass mein Auto sich in Bewegung setzt. Langsam….rutschen….immer weiter…. Geistesgegenwärtig ging ich von der Bremse, um daraufhin erneut mit voller Kraft in die Eisen zu treten – und –  wir hatten Glück: Wir blieben ein paar Zentimeter vom Graben entfernt stehen. Wir stiegen aus – blickten uns um – Ich war wirklich ratlos wie wir es jemals den Berg wieder runter schaffen sollten. Nun kam auch noch ein Auto von oben entgegen. Es sah unsere beiden Autos – stoppte – und schlitterte ebenfalls in den Graben und blieb 5 cm vor einem riesigen Stein stehen. Nachdem wir dieses und weitere Rutschpartien betrachten konnten, beschlossen wir kurzerhand das Auto einfach auf der Straße abzuschließen und den Rest zu Fuß hoch zu laufen. Es war eine grandiose Aussicht, die jedoch Dank meiner kontinuierlichen Gedanken an das Auto etwas gedämpft waren. Seht jedoch selbst wie schön es war:

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Als wir uns also wieder auf den Weg zum Auto machten, sahen wir bereits ca 10 Autos in einer Schlange stehen. Alle konnten nicht mehr weiter fahren, da es einfach zu gefährlich war. Glücklicherweise war ein weiterer Mann mit seinem Auto stecken geblieben, welcher einige Schaufeln bei sich hatte. Alle Beteiligten versuchten also nun mit Schaufeln Dreck auf die Straße zu schaufeln, um mehr Griffigkeit der Straße zu erzeugen. Der Autofahrer vor uns wollte jedoch nicht so lange warten. Er bekam sein Auto dank Schneeketten aus dem Graben. Seine Freude war jedoch gedämpft, da bei dem Versuch zu Wenden das Auto noch viel tiefer im Graben versank, sodass er einen Abschleppwagen verständigen musste.

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Wir hatten da ein bisschen mehr Glück. Nach ca. 30 Minuten schaufeln und einem großen Team an Beratern und Helfern konnten wir mein Auto langsam zu einem Wendepunkt schieben – und langsam herunter fahren. Ich konnte unser Glück kaum fassen: Nicht nur, dass wir nicht im Graben gelandet sind, sondern auch, dass wir es noch rechtzeitig zur letzten Fähre zu Friday Harbor geschafft haben.

Am nächsten Tag erkundeten wir Friday Harbor. Ein Tag der von Schnee, Regen, Schneeregen bis hin zu strahlenden Sonnenschein alles zu bieten hatte. Es ist auf jeden Fall eine der wenigen Orte im Westen der USA, die ein bisschen Geschichte zu bieten hat. Auf der Insel befinden sich nämlich zwei Camps: Ein Britisches und ein Amerikanisches Camp. Es geht auf einen Kampf zurück, wem die Insel denn nur gehöre. Kein Mensch kam bei diesem Kampf ums Leben: Nur ein einziges Schwein. Eine wirklich interessante Geschichte und eine wunderschöne Insel! Seht selbst:

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Da mein kleiner Roadtrip sehr beeindruckend war, entschied ich kurzerhand am darauffolgenden Wochenende erneut loszuziehen. Ein Klassenkamerad hatte sich bereit erklärt mit mir 3 Stunden durch Washington zu fahren um einen ‚Baum‘ zu sehen. Gibt ja hier nicht so viele, hahaha 🙂 Unser Ziel war also der Tree of Life – der Lebensbaum. Dieser wird so genannt, da seine Wurzeln sich kaum noch im Boden befinden und sich so eine kleine Wurzelhöhle gebildet hat.

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Danach sind wir auch noch zu anderen Stränden gefahren und haben weitere spezielle Bäume betrachten können.

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Für den Rückweg hatte ich mir vorgenommen diesen vernebelten See anzuschauen. Kurzerhand sind wir auf einem ‚kurzen Wanderweg‘ gelandet – haben uns ein bisschen verlaufen und waren dann mal Schnell 2,5h von der Natur verschluckt. Natürlich ohne Essen im Gepäck. Aber für ein Abenteuer muss man halt auch mal Umwege machen haha 🙂

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Einen weiteren besonderen Baum konnten wir betrachten: nämlich die größte Sitka-Fichte der Welt. Der Baum ist ca. 1000 Jahre alt, hat einen Umfang von fast 17 Metern und ist 60 Meter hoch. Immer wieder erstaunlich was der Pacific Northwest zu bieten hat!

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Nach so viel Natur ging es dann wieder zurück in die Stadt. Um genau zu sein, hat meine Organisation zum ersten mal ein Halbzeit Seminar in Washington D.C. veranstaltet. Es waren sehr anstrengende und vollgepackte Tage, die sich jedoch gelohnt haben. Wir hatten Sprecher der deutschen Botschaft in DC, aus dem State Department, aus der Georgetown University und in Kleingruppen hatten wir die Möglichkeit weiter die Gruppenthemen – in meinem Fall Free Speech and Debate – zu behandeln. Nicht fehlen durfte auch eine Tour durch das Newseum und durch das Capitol.

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Dank meinem Praktikum im amerikanischen Kongress fühle ich mich in den Gebäuden des Capitols fast schon heimisch. Jedoch habe ich nie wirklich die Gelegenheit genutzt um Fotos zu machen. Diesmal hatte ich bei der Führung genügend Zeit um Impressionen fest zu halten. Außerdem hatte ich die Möglichkeit mit 2 anderen Teilnehmern einen Termin mit den Mitarbeitern von Senator Isakson aus Georgia wahrzunehmen. Wir hatten ein angenehmes Gespräch und konnten die Bedeutung von Austauschprogrammen unterstreichen.

In der wenigen, aber schönen Freizeit beschloss ich nun endlich das Thomas Jefferson Memorial aufzusuchen, welches ich trotz 6 wöchigen Aufenthaltes in D.C. nie besucht hatte. Wie der Zufall es so will, spazierte ich am Capitol vorbei und sah eine Menschenmenge. Durch Gespräche mit anderen Wartenden konnte ich herausfinden, dass der Vize Präsident Mike Pence im Capitol gesichtet wurde. Ich entschloss mich, mir die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen, einen Blick auf dem Vizepräsident zu erhaschen.

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Als sich die Limousine allerdings ohne den Vizepräsidenten in Gang setzte wurde mir klar: ich werde ihn wohl nicht sehen. Denn anstatt die Treppenstufen zu nehmen, stieg der Vizepräsident mit Sichtschutz in das Auto. Er ließ es sich allerdings nicht nehmen, die Menschenmenge aus dem Auto heraus mit dem Winken seiner Hand zu honorieren.

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Daraufhin wollte ich eigentlich meinen Weg zum Thomas Jefferson Memorial fortsetzen. Sehr weit kam ich allerdings nicht, da ich eine weitere Menschenmenge sah. Diesmal bin ich in eine Pressekonferenz geraten, welche von Senatoren gehalten wurde. Es ging mal wieder um das Thema Healthcare und die Abschaffung von Obamacare. Es war sehr interessant und dank meiner ‚Businesskleidung‘ und meiner Kamera fiel ich auch gar nicht auf zwischen all den Reportern – gerade im Gegenteil – Leute mit ihren Diktiergeräten haben mir sogar Platz gemacht um ein Foto machen zu können Haha 😀 Hier ein paar Impressionen:

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Nach dem Ende der Pressekonferenz konnte ich nun wirklich meinen Weg zum Thomas Jefferson Memorial fortsetzen. Es war wunderschön, da die Kirschblüte bereits leicht begonnen hat. Es ist definitiv eines meiner Lieblingsplätze in DC!

Am drauffolgenden – und gleichzeitig Abreisetag war das Wetter umso schöner, weshalb ich mich erneut entschloss einen Spaziergang um den See am Jefferson und Martin Luther King Memorial zu machen.

Hier ein paar letzte Impressionen und vielen Dank für das Durchhaltevermögen. Ich weiß wie lang der Beitrag schon wieder war 🙂 Bis bald!

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One thought on “#16 Von der Jobsuche, Roadtrips und dem Workshop in D.C.

  1. Hi Dani,
    vielen Dank für Deinen neuen Beitrag 🙂
    Beneidenswert – Du warst am Tree of Life !!!!!
    Ich hoffe, Du hast ihn auch mal berührt und nicht nur fotografiert.
    Ich wünsche Dir weiterhin ganz viele wunderschöne Erfahrungen und ne Menge Glück.
    LG Ruth

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