#11 Thanksgiving und Black Friday

#11 Thanksgiving und Black Friday

Hallo Welt!

Ich weiß – ich habe noch immer kein Update zu meinem Oktober/November geschrieben – aber es passiert einfach so viel, dass man kaum mit dem Schreiben nachkommt. Heutiges Thema also – Thanksgiving und Black Friday!

Das eigentliche Thanksgiving begann aber schon Mittwoch Mittag. Als ich gerade aus der Schule kam, wirbelte meine Hostmum schon gekonnt durch die Wohnung um die ersten Vorbereitungen zu Treffen. Cookies backen, Gemüse schnibbeln,….um sich bei all den Vorbereitungen nicht zu verausgaben, begann meine Hostmum also schon einen Tag früher. Also schon Mittwoch Abend war der Tisch gedeckt: Das schöne Geschirr aus dem Schrank geholt, natürlich ein bisschen Deko, das silberne Geschirr für besondere Anlässe herausgesucht, und natürlich die große Platte für den Truthahn bereitgestellt! Das Abendessen wurde also kurzerhand im Stehen verzehrt, um den Tisch nicht dreckig zu machen.

Meine Hostmum hat es sich nicht nehmen lassen mir die volle Bandbreite des „American Thanksgiving“ zu präsentieren. Auf der Karte stand dann folgendes Menü: Als Appetizer gab es zum einen Pilze, welche mit einem Artischocken-Spinat-Dip gefüllt und mit Käse überbacken waren und zum anderen „Deviled Eggs“. Die „teuflischen Eier“ sind einfach gekochte Eier, welche in Hälften geschnitten werden, wobei man das gelbe vom Ei herausnimmt und mit Mayonnaise, Senf, Salz, Pfeffer und Essig vermengt, um es anschließend wieder zurück in das Ei zu füllen. Soviel also zur Vorspeise.

Der Hauptgang bestand dann aus – oh Wunder – Truthahn – oder Schinken mit wahlweise Cranberry-Orange-Soße oder Gravy (dickflüssiges Dressing). Dazu  Stuffing (was so viel wie Brotkrumen mit Dressing ist), Kartoffelbrei mit Bacon, (und für mich dann extra noch eine abgewandelte Art) Blumenkohlbrei mit Bacon, Süßkartoffeln mit Honig-Zimt-Dressing, Bohnen, 4 verschiedene Brotsorten und ein tropischer Fruchtsalat.

Als Nachspeise gab es Schokoladencookies, „Kisses“-Cookies und Zimtcookies und einen Apfelkuchen. Kulinarisch waren wir also Bestens versorgt. Es war sehr schön einen Abend mit meiner Hostmum, ihrer Tochter+Familie, ihrem Sohn+Familie und meiner Hostsister zu verbringen.

Zu Beginn des Dinners gab es Apple cider – also eine Art Apfelsaft zum Anstoßen, damit auch die Kleinen Teil der Gemeinschaft sein können. Meine Hostmum hat eine kurze Ansprache gehalten, dass sie sehr dankbar ist, heute mit uns diesen Abend verbringen zu können und dass sie sehr stolz und glücklich über ihre Familie ist. Anschließend hat sie das Wort an jeden Einzelnen von uns gerichtet und wir sollten hinzufügen, warum wir heute dankbar sind. Ich war etwas überrumpelt, hatte bei dem ganzen Trubel eigentlich selten ans dankbar sein gedacht – und dann doch sehr spontan geantwortet: Ich bin dankbar hier – am anderen Ende der Welt – eine zweite Familie gefunden zu haben. Ja und als ich den Abend noch weiter darüber nachgedacht habe, dann bin ich eigentlich noch für so viel mehr dankbar. Dankbar – diese wundervolle Möglichkeit in den USA zu haben. Dankbar – dass sich meine Freunde und Familie auch aus der Ferne so um mich bemühen. Dankbar hier eine tolle Familie gefunden zu haben. Dankbar die Möglichkeit zu haben ein Praktikum im amerikanischen Kongress absolvieren zu dürfen. Dankbar für jeden einzelnen Moment hier in den USA, der mich wohl mein ganzes Leben begleiten und prägen wird. Nichts ist selbstverständlich, dass ist mir dadurch klar geworden. Deshalb mag ich Thanksgiving – weil es manchmal wichtig ist, nicht nur das Negative zu sehen, sondern einfach mal dankbar zu sein.

Soviel zum sentimentalen Teil. Hier ein paar Impressionen.

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Der Abend war ganz schön und ich konnte auch endlich ein bisschen mehr Zeit mit meiner Hostsister verbringen, die sonst nicht so gerne am Abendessen teilnimmt oder meistens viel zu beschäftigt ist lange Gespräche zu führen. Wir 3 – meine Hostmum, meine Hostsister und ich haben den Abend dann zusammen ausklingen lassen und viel geredet und gelacht.

Heute hieß es dann – BLACK FRIDAY. Nein – ich bin nicht mitten in der Nacht aufgestanden, um vor irgendwelchen Kaufhäusern Schlange zu stehen. Dafür habe ich wohl zu viel darüber gelesen, dass die eigentlichen „Deals“ meist gar keine Deals sind, sondern eher ein Abverkauf bevor die neue Kollektion oder neue Ware kommt. Aber nichts desto trotz – auch ich wollte losziehen. Nachdem ich also ausgiebig ausgeschlafen hatte bin auch ich losgezogen, um mich den Massen hinzugeben. Platzangst darf man definitiv nicht haben – und es scheint mir fast so, als ob die Amerikaner, bei denen sonst alles immer ganz schnell gehen muss, an diesem Tag gerne Schlange stehen. Nun gut – mir fast zu viele Menschen, aber ich hatte ein klares Ziel – Hosen. Seit ich hier bin, habe ich nämlich bereits so viel abgenommen, dass meine Hosen mir einfach nicht mehr passen – wo ich in Deutschland noch darüber gescherzt habe – aus den USA nach Deutschland zurück zu „rollen“.

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Tja, zeigt mal wieder, dass nicht alle Stereotypen wahr sind. Ich habe heute dann auch ein paar Jeans gekauft, mich mit meiner Hostsister durch Victoria Secret gekämpft und unzählige verschiedene Parfums ausprobiert. Alles in allem – ein perfekter Shoppingtag. Abgerundet wurde dieser natürlich, durch das Vernichten der Reste des Vortages. Obwohl – bei den Massen an Essen blieb es wohl beim Versuch es zu Vernichten. Wir werden also wohl weiter Truthahn schlemmen.

 

Bis die Tage….

 

 


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