#8 Unexpected

#8 Unexpected

Hallo Welt!

 

Eigentlich sollte mein nächster Blogeintrag über das College und über meine ersten beiden Wanderungen gehen, aber mein Collegeplan steht immernoch nicht und die heutigen Ereignisse erfordern einfach einen eigenen Blogeintrag!

Jeder kennt solche Tage, an denen einfach alles schief läuft. So einen Tag habe ich heute. Er ist noch nicht um – aber ich versuche nun im Haus zu bleiben, um nicht noch mehr für Chaos zu sorgen. Aber zurück zum Anfang.

Ich habe bisher 2 Kurse belegt im Wert von 10 Credits. Da das für Cultural Vistas noch nicht genug ist, habe ich nach einigen Diskussionen und Gesprächen mit meinen College Coordinatoren einen weiteren Kurs gefunden. Employment Research im Wert von 2 Credits – damit ich genau auf die geforderten 12 Credits komme. Soweit alles abgeklärt. Ich sollte also heute nur noch zu der Lehrerin gehen und mir ihr Einverständnis holen. Die Lehrerin war sehr nett und ich habe mich fleißig bedankt, dass ich in ihren Kurs darf, da es mir die geforderten 2 CREDITS bringt. Auf einmal unterbrach sie mich und meint, dass der Kurs nur 1 Credit hat. Ich komme also nur auf 11 Credits – und ja ich weiß was das bedeutet: Erneut Diskussionen und eventuell zum zigsten mal Kurswechsel….Ach nöööö….

Ich laufe also schnell aus dem Gebäude raus, um meine Organisation zu informieren. Da funktioniert mein Handy einfach nicht. Ich hatte eigentlich eingerichtet, dass jeden Monat automatisch 30 Dollar von meinem Konto abgebucht werden. Anscheinend hat das aber nicht richtig funktioniert – ich stand also an der Schule, ohne Netz oder Internet.

Also habe ich die nette Dame von T-mobile angerufen und sie hat mir bestätigt: Es liegt keine automatische Abbuchung vor. Wenn ich das machen möchte – so würde Sie mich nun weiterleiten. Das hat Sie auch getan, leider war das Weiterleiten an einen Computer, der mich – und ich ihn – nicht wirklich verstehen wollten.

Ich beschloss also einfach zum nächsten Walmart zu fahren, um mir eine Aufladekarte zu besorgen. Als ich dann an der Kasse stand wurde mir klar, dass zu den Steuern auch noch eine Gebühr für dieses kleine Stückchen Papier fällig wurde. Also habe ich es fein säuberlich wieder einsortiert und mir gedacht: Ich muss ja sowieso irgendwann Auto-Pay aktivieren…

Auf dem Heimweg habe ich dann noch einen kurzen  Zwischenstopp an der Bücherrei gemacht, um mir ein paar DVD’s für’s Wochenende auszuleihen. In dieser Bücherrei funktioniert das System so: DVD-Hüllen auswählen, am ersten Computer registrieren und am zweiten Computer kann man dann die DVD’s entnehmen. Sehr schnell waren 5 DVD’s gefunden und am ersten Computer registriert. Als ich nun am zweiten Computer die DVD’s entnehmen wollte, kamen aber nur 4 DVD’s aus dem Schrank. Nun gut – also durfte ich mich erneut in einer Schlange anstellen, um einen Mitarbeiter zu Rate zu ziehen. Erstmal mussten wir feststellen, welcher Film fehlt. Und da ist auch schon wieder der Hauch von Ironie: Der fehlende Film hieß Unexpected – No one is ever really prepared (zu deutsch: Unerwartet – Niemand ist jemals vorbereitet) Und ja, unerwartet war dass dieser Film nicht aus dem Schrank kam (selbst die Mitarbeiterin war ratlos, wie das passieren konnte.)

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Als ich endlich zuhause war, beschloss ich kurzerhand erstmal ausfindig zu machen, ob T-mobile mir etwas von meinem amerikanischen Konto abgebucht haben oder ob wirklich stimmt, dass keine automatische Abbuchung aktiv ist. Nunja, ich habe also versucht mich einzuloggen. Hm, Passwort falsch. Egal, versuch ichs halt nochmal. Wieder falsch. Vielleicht hab ich es falsch getippt? Ich versuchs nochmal.. Wie das ganze geendet ist? Natürlich damit, dass mein Konto gesperrt wurde. Okay – beantworte ich halt die paar Sicherheitsfragen. Irgendwie angeblich auch falsch. Okay – dann rufe ich halt die Hotline an. Aber warte – mein Handy funktioniert ja nicht?!!!

Also habe ich beschlossen über mein Handy die automatische Abbuchung zu aktivieren. Nachdem ich fast alles eingegeben hatte, hat die Seite angefangen ihre Darstellung zu verändern und ich konnte den „Absenden“ Knopf nicht mehr betätigen. Wäre ja zu schön, wenn heute auch nur irgendwas auf Anhieb geklappt hätte. Also Laptop angeschmissen! Auch dort gab es zunächst Probleme, da es meine Kreditkarte nicht anerkennen wollte. Nun gut, mit der Debitkarte ging es dann doch irgendwann.

Ich hatte also endlich Guthaben und konnte die Hotline anrufen. Nach ca 10 Minuten in der Dauerschleife hatte ich dann auch endlich mal eine kompetente Mitarbeiterin am Apparat. Nach 2 Versuchen mit ihr am Telefon war ich dann endlich soweit, dass ich wieder auf mein Onlinebankingaccount zugreifen konnte. Na wenigstens etwas. Und achja, T-mobile hatte kein Geld abgebucht (das hätte ja noch gefehlt).

Also bin ich in die Küche, da mir solangsam der Magen geknurrt hat. Schnell war mein Essen gefunden: Eine Tomate sollte es sein. Also bin ich zurück ins Zimmer und habe mich auf mein Bett gesetzt. Auf einmal kracht das Bett nach unten. Gestern noch hat meine Hostmum darüber gescherzt, dass das Bett schon sehr alt ist und es sein kann, dass es irgendwann mal durchkracht. Erneut – was für eine Ironie. Nachdem erst vor ein paar Wochen mitten in der Nacht der an der Wand hängende Teller einen Absturz gemacht hat, sollte mich eigentlich nichts mehr wundern. Ich bin also aufgesprungen und habe das Bett erstmal wieder gerichtet. Zum Glück war nichts kaputt, sondern nur ein Brett verschoben.

Ich habe mich dann also vorsichtig auf mein Bett gesetzt und meine Tomate gegessen. Wie soll es auch anders sein: Natürlich schön einen roten Tomatenfleck auf den Bettbezug gemacht. Also erstmal das komplette Bett abgezogen und in die Waschmaschine gesteckt.

Ich sitze nun also hier – auf meinem Bett ohne Bettlaken – mit meinem Laptop und schreibe diesen Beitrag. Als meine Hostmum nach hause kam musste ich ihr erstmal die ganze Geschichte erzählen. Nach etwa der Hälfte der Geschichte war ich schon vor lauter Lachen in Tränen ausgebrochen. Zum Glück kann ich über diese Ironie des Lebens lachen – es war eben Unexpected – man kann sich auf sowas halt nicht vorbereiten 😀

Falls du das nächste mal so einen schlechten Tag hast, dann denk daran: Du bist nicht alleine! 😀 Lache darüber und nimm’s mit Humor – das ist der beste Weg.

Bis Bald!


2 Gedanken zu „#8 Unexpected

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