#7 I stuck!

#7 I stuck!

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Hallo Welt!

 

Morgen beginnt endlich die Orientierungsphase meines Colleges. Ich freue mich schon sehr darauf endlich eine Aufgabe zu haben. Aber nochmal zurück zum Anfang: Wer glaubt, dass die ersten Tage in der neuen Heimat mit Sightseeing usw. verbracht werden, der liegt falsch!

Es gab viel zu tun: Social Security Number beantragen, Bankkonto eröffnen, Führerschein beantragen, Autoversicherung suchen, Auto registrieren, Collegekurse auswählen, …und als wäre das nicht schon genug zu tun: Es schien als hätte sich alles gegen mich verschworen…

Als erstes wollte ich meinen amerikanischen Führerschein beantragen, da ich ja mein Auto schon bei meiner Ankunft auf dem Hof stehen hatte und mir das Unabhängigkeit gebracht hätte um den Rest der Dinge selber zu erledigen. Also bin ich mit all meinen Dokumenten zu DMV, um meinen deutschen Führerschein gegen die Washington Driver’s License einzutauschen. (Ja, ich habe Glück – in meinem Bundesstaat muss ich nicht erneut eine Prüfung ablegen, dafür kostet der Spaß knapp 90 Dollar) Nach 4 Stunden warten und einigen Diskussionen: Sie wollen mir trotz der Vollständigkeit all meiner Dokumente meine Driver’s License nicht aushändigen. Der Grund ist ganz einfach: als Teilnehmer des PPP besitzen wir ein J1 Visum – was relativ selten ist. Die Mitarbeiter sind allerdings nur mit der Vorgehensweise bei Visumsarten wie  F und M vertraut. So haben Sie mir also erklärt mir fehle ein Dokument namens I-20 (welches ich bedingt durch meine Visumsart nicht bekomme) oder ein Sevis letter (den ich dabei hatte, aber sie ihn nicht anerkennen wollten) oder wahlweise meine Social Security Number. Nun gut, das einzige was ich davon bekommen konnte war Letzteres: die Social Security Number. Also sind ich und meine Hostmum am nächsten Tag wieder früh aufgebrochen um meine Social Security Number zu beschaffen. Wartezeit knapp 10 Minuten. Das ging wirklich schnell. Die Ernüchterung folgte aber sogleich: „Sie bekommen dann die Social Security Number in den nächsten 2 Wochen zugesendet.“ Ich dachte mir nur: Das wird nie was mit meinem Führerschein. Nun gut, wir sind dann zur Bank gefahren bzw zu einer Credit Union, da diese weniger Gebühren verlangen. Auch dort die Ernüchterung: „Sie können kein Bankkonto eröffnen ohne Social Security Number.“ Okay, dann wenigstens schonmal nach Autoversicherungen suchen. Nach 4 Anrufen, die jedesmal wegen noch fehlendem amerikanischen Führerschein bzw Social Security Number gescheitert sind haben wir die ganze Aktion erstmal auf Eis gelegt und einfach abgewartet. Wegen ungeschulter Mitarbeiter im DMV war ich also zum Nichtstun verdonnert. Wer also glaubt, dass wir Deutschen die einzigen sind mit so viel Bürokratie sind, den kann ich nun getrost beruhigen – Das sind wir nicht! – Nun gut, nach 8 Tagen kam dann endlich meine Social Security Number und ich konnte alle Punkte auf meiner Liste abarbeiten. Dass es erneut Komplikationen mit den Autoversicherungen kam, habe ich ja im vorherigen Blogeintrag schon ausführlich erörtert. Nunja, nun zur Wahl meiner Collegekurse. Es wäre ja wohl zu schön gewesen, wenn mal Etwas auf Anhieb geklappt hätte. Ich muss 12 Credits belegen, 6 davon müssen berufsbezogen sein. Meiner Fachrichtung entspricht also: „Manufacturing“. Ich hätte Interesse an den Kursen Lathe I (Drehmaschine 1) und Introduction to CNC (Einführung in CNC-Technik). Leider brauche ich für die Kurse gewisse Vorkurse. Da ich aber durch meine Arbeit in Deutschland schon gewisse Vorkenntnisse besitze, kann ich durch ein Gespräch mit dem Lehrer normalerweise den Kurs belegen. Bis zum heutigen Tag hat der Lehrer allerdings auf keine der 3 Emails meiner College Coordinatorin geantwortet. Bleibt ja auch noch genug Zeit. Das College beginnt ja erst morgen *Ironie aus*. Dazu kommt, dass online leider keine Zeiten zu den einzelnen Manufacturingkursen steht. Dies bedeutet also, dass ich auch bis zum heutigen Tag keine außerberuflichen Kurse wählen konnte, da ich nicht weiß, wann ich neben meinen berufsbezogenen Kursen Zeit habe.

Das Enkelkind meiner Hostmum ist gerade 2 Jahre alt und fängt an zu reden. Etwas besonders Wichtiges hat er schon gelernt. Er sagt nicht: „I can’t do that!“ sondern immer „I stuck!!“(Ich stecke fest!) Und dieses „I stuck!“ – Gefühl  kenne ich nur zu gut….

Aber es gibt ja auch positive Sachen:

Ein kleiner American Dream ist für mich wahr geworden. Ich war bei einem American Football Training für Frauen. Das war ziemlich hart, aber hat riesig Spaß gemacht. Nun gut – das ist jetzt 3 Tage her und mir tut immer noch alles weh – aber es war echt richtig schön! Die Spieler pushen sich gegenseitig sehr, sodass auch der Letzte der ins Ziel kommt gefeiert wird für sein Durchhaltevermögen. Das ist sehr inspirierend und motivierend. Das war auch endlich mal eine Sportart in der jeder mitmachen kann – groß und klein, dick und dünn – und genau die Mischung macht es aus. Leider werde ich wohl nur noch die nächsten 3 Trainingscamps mittrainieren….So eine Saison kostet 700 Dollar und da hat man noch keine Ausrüstung, die man für 150 Dollar gerade mal ausleihen kann. Hinzu kommt noch Trainingskleidung. Mich würde also so eine Saison 1 Riesen kosten….das ist mir schlichtweg einfach zu viel… – I stuck –

Besser läuft es da schon beim Bowling. Meine Hostmum hat mich regelmäßig 3 Mal pro Woche zum Bowling mitgenommen. Da ich die ersten Tage nicht ein Spiel unter 100 Punkten abgeliefert habe, waren meine Hostmum und ihr Bowlingkollege davon überzeugt ich hätte Talent. 2 Wochen später habe ich meinen neuen persönlichen Highscore aufgestellt: 181 Punkte. Daraufhin haben die beiden mir eine eigene Bowlingkugel besorgt, welche Bohrungen für Fingertips hat, um noch besser bowlen zu können. Ich bin also gerade dabei mit der neuen Bowlingkugel mit Fingertips zu üben und eventuell werde ich einer Bowlingliga beitreten. Da es aber nicht der gewünschte „körperliche“ Sport ist den ich machen möchte, bleibt noch offen was sich so die nächsten Tage und Wochen an Sportaktivitäten ergibt.

Außerdem habe ich mit meiner Hostmum einige Ausflüge z. B. nach Olympia, zum Point Defiance, Vashon Island, Owen Beach, Alki Beach, Nisqually National Wildlife Refuge und Gig Harbor gemacht. Bilder folgen dann die nächsten Tage mal.

 

Bis dahin – Servus!


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